Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie ist eine alte Therapie für eine Vielzahl von Leiden. Die Behandlung mit den kleinen Tierchen wurde um 1850 besonders in Frankreich stark praktiziert und das nicht immer sinnvoll. So kam damals die Behandlung etwas in Verruf. Erst um 1980 wurde die Blutegeltherapie mehr und mehr in der plastischen Chirurgie verwendet. 2001 wurde die erste große Studie durchgeführt in der die Wirksamkeit der Tierchen bei Kniearthrose bewiesen wurde.

Blutegel gehören zu den blutsaugenden Ringelwürmern. Der medizinische Blutegel ist aber der einzige therapeutisch Verwendbare.
Für die medizinische Verwendung werden die Egel extra gezüchtet.
Ein Blutegel hat 3 Kieferplatten, die angeordnet sind, wie ein Mercedes Stern. Auf jeder Kieferplatte befinden sind ca. 90 kleine, bewegliche Zähne, die sich beim Biss langsam und nur ganz oberflächlich in die Haut frässen. Dies passiert in den ersten 5 Minuten und fühlt sich an, als hätte man eine Brennessel berührt.
Im Speichel des Egels befindet sich ein Cocktail aus ca. 80 verschiedenen Enzymen, die teilweise die Gerinnung hemmen. So macht 1 mg Hirudin 60 ml Blut für 24 Stunden ungerinnbar. Somit blutet die Bissstelle ca. 24 – 36 Stunden nach. Weitere Enzyme haben sogar antibiotische Wirkung und wirken sehr entzündungshemmend.

Blutegel beißen ungern, wenn die Haut mit Salben, Desinfektionsmittel oder sonstigen Chemikalien bedeckt ist.
Ein Blutegelbiss dauert im Schnitt eine Stunde, kann aber auch 2 Stunden dauern und sollte nicht unterbrochen werden.
Vor dem Ansetzen wiegt ein Blutegel 1-3 g und ist 4-8 cm groß. Nach dem Beißen hat sich sein Umfang verdoppelt, teilweise auch verdreifacht.
Der Blutegel besitzt zahlreiche Magenblindsäcke zur Speicherung des Blutes, so dauert es 5-24 Monate bis er alles verdaut hat. Mindestens diese Zeit kommen die Blutegel ohne neue Nahrung aus. Aus hygienischen Gründen dürfen die Tiere natürlich nicht wiederverwendet werden.

Bei welchen Erkrankungen wird ein Blutegel besonders eingesetzt?

Die Blutegeltherapie kann für eine Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt werden. Das Ziel ist es meist, die Durchblutung und damit die Abwehr in einem bestimmten Bereich stark anzuregen. Am besten informieren Sie sich einfach bei uns, ob eine Blutegeltherapie auch in Ihrem Falle helfen könnte.

Wann sollte kein Blutegel angesetzt werden?

– Bei Blutern
– Bei Einnahme von Marcumar, Falithrom, ASS (bzw. Aspirin) oder Plavix (Clopidogrel)
– Bei offenen Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren
– Bei sehr niedrigem Blutdruck
– Bei bösartigen Tumoren